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Wer keinen Fisch mag - der mag wahrscheinlich auch keine Freitage, denn Freitags gibt's nun mal Fisch. Wer ihn aber gerne verspeist und auf der Suche nach einem schönen Fisch ist, der stößt im Supermarkt ab und zu auch mal auf "Bio-Fisch". Aber was ist daran eigentlich "bio"?
Der Bio-Fisch kommt aus der Nische
Schon seit zehn Jahren gibt es ihn - den Bio-Lachs. Aber bis vor kurzem fristete er auf dem deutschen Fischmarkt eher ein Schattendasein. Erst seit Bio-Lebensmittel insgesamt boomen, kommt auch Bio-Fisch aus der Nische, beobachtet Andreas Lippmann von der Deutsche See Fischmanufaktur: "Man geht immer davon aus, Fisch ist Bio, aber eine kontrollierte Aquakultur nach ökologischen Richtlinien, das ist halt das Neue. Und wir sehen deutlich, sei es der Lachs, sei es der Pangasius – das wächst ganz gewaltig."
Fisch allein ist noch nicht Bio
Der Bio-Pangasius ist neu im Programm. Eine Welsart, die vor allem im Mekong-Delta in Vietnam vorkommt. Beim Marktführer für Fisch und Meeresfrüchte in Deutschland steht er neben Lachs, Garnelen und Forellen auf der Ökoliste. Fisch allein ist noch nicht Bio. Der Naturland-Verband für den Ökologischen Landbau hat da klare Kriterien erarbeitet, was ihn zum Bio-Fisch macht, erklärt Stefan Bergleiter: "Es geht um Futtermittel, Herkünfte, Qualitäten, keine Pestizide. Und dann geht es auch weiter bis zur Verarbeitung, also sprich Gewürze und weitere Zutaten."
Anerkannte Bio-Fische
Bio-Forellen aus dem Bergischen Land leben artgerecht im Teich. Sie bekommen nur Ökofutter, keine Antibiotika, Chemie oder Zusatzstoffe – und es dürfen auch nur eine bestimmte Menge pro Kubikmeter sein, damit es nicht zu eng wird.
Neben Forellen und Karpfen aus heimischer Zucht hat der Ökoverband auch Öko-Lachs und Muscheln aus Irland, oder Shrimps aus Ecuador und Vietnam als Bio-Produkte anerkannt. Sie werden dort in abgetrennten Gehegen am Flussufer - sogenannten Aquakulturen - gezüchtet: "Der Markt Aquakulturen ist für viele Entwicklungsländer eine sehr wesentliche Einkommensquelle, wo sie wirklich was haben, was sie auf dem Weltmarkt zu sehr attraktiven Preisen in guter Qualität draufstellen können und da machen wir gerne mit."
Soziale Aspekte der Bio-Produkte
Stefan Bergleiter betont ausdrücklich den sozialen Aspekt bei den Naturland-Bio-Projekten in Entwicklungsländern. Die Bio-Fisch-Farmer dort bekommen mehr Lohn, weil ihr Produkt auf dem Weltmarkt gute Preise bringt. Bio-Fisch in unseren Theken ist nämlich deutlich teurer als konventioneller Fisch. Er kostet manchmal doppelt so viel. Andreas Lippmann von der Deutsche See Fischmanufaktur wirbt um Verständnis: "Das sind einfach wenige Farmen, wo man nicht weiß, wie viel Ernte wird man da haben, und dadurch ändern sich die Preise."
Tierschutz und Umwelt profitieren von "bio"
An Geschmack oder Nährwerten ändert sich hingegen kaum etwas, wenn Fisch unter ökologischen Bedingungen gezüchtet wird. Das haben jüngste Vergleichsstudien bei Regenbogenforellen ergeben. Es sind Tierschutz und Umwelt, die hier von „Bio“ profitieren.
Kein Bio-Siegel für Bio-Fisch
Leider kann der Kunde die ökologische Tiefkühlware nicht an dem Bio-Siegel erkennen. Die sechseckige grüne Wabe darf nicht für Fischprodukte vergeben werden, weil die nötigen gesetzlichen EU-Regelungen fehlen.
Alice Thiel-Sonnen, SWR4-Umweltredaktion
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